Deuxième au Velodrome
John Degenkolb hat hauchdünn den Sieg bei Paris-Roubaix verpasst. Der 25-Jährige vom Team Giant-Shimano musste sich nach 257 km im Velodrom von Roubaix lediglich dem Niederländer Niki Terpstra geschlagen geben, der sich auf den letzten Kilometern entscheidend absetzte und 20 Sekunden Vorsprung ins Ziel brachte.
Roubaix (dpa/rsn) - John Degenkolb (Giant-Shimano) strahlte und war mächtig stolz, als er im ehrwürdigen Velodrome von Roubaix nach all den Strapazen auf das Podium kletterte. Als „erster Verlierer“ hinter dem Niederländer Niki Terpstra (Omega Pharma-Quick Step) fühlte sich der gebürtige Thüringer nun wirklich nicht, wie er nach seinem beeindruckenden zweiten Platz bei der „Königind er Klassiker“ betonte.
„Ich genieße diesen Moment. Das ist ein großartiges Gefühl. Ein Traum ist wahr geworden, bei einem großen Radsport-Monument auf dem Podium zu stehen“, schwärmte Degenkolb nach seiner Gala-Vorstellung bei der 112. Auflage des Frühjahrsklassikers Paris-Roubaix.
„Manchmal muss man taktieren. Ich bedauere nichts“, erklärte der der 25-Jährige, nachdem er das beste deutsche Ergebnis seit dem zweiten Platz von Steffen Wesemann im Jahr 2002 eingefahren hatte.
Doch auch Degenkolbs Begleiter wollten oder konnten in der Schlussphase des 257 Kilometer langen Rennens, davon 51,1 Kilometer über die berüchtigten Kopfsteinpflaster-Passagen, dem bärenstarken Terpstra hinterherfahren. So kam es zwar zum Sprint einer zehnköpfigen Gruppe – allerdings nur um den zweiten Platz. Und dabei ließ Degenkolb den großen Favoriten Fabian Cancellara (Trek), der noch in der Vorwoche bei seinem Gewinn der Flandern-Rundfahrt Sprintqualitäten bewiesen hatte, deutlich hinter sich.
Im Ziel bezeichnete der Frankfurter das Ergebnis als seinen „nächsten Schritt des Wachstums“. Dabei war Degenkolb zwischenzeitlich schon abgehängt, nachdem sein großes Kettenblatt brach. Und das ausgerechnet in einer Phase, als Terpstras Teamkollege Tom Boonen mit seiner Attacke das Feld auseinander riss. Der Giant-Kapitän musste schon früh wertvolle Körner opfern, um den Anschluss wieder zu schaffen.
„Das hat Kraft gekostet, auch bei meinen Teamkollegen“, berichtete Degenkolb, der es aber wieder in die Gruppe schaffte. Und an der Seite von Cancellara stellte Degenkolb auch wieder die Ausreißer um Boonen.